KANCHA UND DER HUNGER

In Kathmandu ist die Kinderarmut groß.

Auf dem Weg durch Kathmandu, Nähe der Stupa sind wir von einem schmächtigen, verwahrlosten Jungen angesprochen worden.

Er hätte solch wahnsinnigen Hunger….

Kancha ist zehn Jahre alt, (ich hätte ihn auf höchstens sechs geschätzt) lebt in einer  Blechhütte im Hinterhof mit seinem Vater, einem älteren Bruder und einer älteren Schwester, nahe dem Ortsteil Kopan. Seine Mutter hat die Familie verlassen, die drei Kinder blieben beim Vater. Die Gründe dafür sind unklar und scheinen mit massiven Streitereien zu tun zu haben. Da kommt natürlich die Frage auf, was bewegt eine Mutter ihre Kinder einfach zu verlassen?

Der Vater nimmt jede Gelegenheitsarbeit an, sei es Autos waschen oder Motorräder reparieren, um so seine vierköpfige Familie mehr schlecht als recht durch zu bringen.

Heute Morgen scheint es kein Frühstück gegeben zu haben, da keine Lebensmittel mehr vorrätig waren.

Wir sind mit dem Jungen in ein angrenzendes Restaurant gegangen und er durfte sich frei etwas bestellen…. Mit glänzenden Augen waren dann MoMos (eine Art Teigtaschen) sein Wunsch. Das ist wahrscheinlich kaum das Essen, das er Zuhause vorgesetzt bekommt.

Reis ist das Nahrungsmittel, dass in Nepal hungrige Mäuler stopft und einigermaßen günstig zu bekommen ist. Wie ungesund eine solche einseitig, fast vitaminfreie Ernährung ist, sollte selbsterklärend sein, was auch Kancha´s schlechten körperlichen Zustand erklärt. Von der körperlichen Hygiene ganz zu schweigen.

Kancha hat zwar das Glück eine mehr oder weniger organisierte staatliche Schule besuchen zu können, kann aber mit seinen zehn Jahren kaum lesen und schreiben, was tief blicken lässt.

Wir haben Kancha nach dem Essen noch etwas Geld gegeben und ihm Phunjo´s Telefonnummer (unsere Kontaktfrau vor Ort) aufgeschrieben. Er darf sie jederzeit kontaktieren, wenn er Hilfe braucht.

Eine Realität die ich in Nepal tagtäglich erlebe…….

„Schulbildung ist der Weg aus der Armut heraus“

22.04.2019, Kathmandu


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